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Schwarzgurt-Prüfung in Grevenbroich

Riesenbegeisterung bei der Turngemeinde: Andreas Stickel, Lutz Quadflieg, Steffi Dolinsky und Andreas Hilke neue Dan-Träger Die Krönung einer Judo-Laufbahn ist und bleibt der Dan. Das ist jener schwarze Gürtel, der seinen Träger als Judomeister, als Vorbild junger Sportskameraden und als Könner seines Fachs auszeichnet. Dan – größtes judosportliches Ziel Doch der Weg zu diesem judosportlichen Gipfel ist mehr als beschwerlich.

So müssen Anfänger vom weißen Gürtel bis zum höchsten Schülergrad, dem Braungut, acht Nerven zehrende Prüfungen durchlaufen. Hierbei lernen sie -neben perfektem Fallen- alle im Judosport erforderlichen Wurf-, Halte-, Hebel- und Würgetechniken, um sie dann in Turnieren richtig anwenden zu können. Langer Weg…bislang „nur“ 13 TG-Danträger Um diesem Ziel seiner Judoträume näher zu kommen braucht ein Judosportler in der Regel etwa 10 bis 15 Jahre. Aus dem Grunde dürfte es kaum verwundern, dass aus der 1966 gegründeten Judoabteilung bislang insgesamt „nur“ 13 Dan-Träger hervor gingen. Davon sind heute noch die fünf „TG-Urgesteine“ Brigitte Laskowski, Marga Schmidt, Marianne Frohn, Yogy Bockmeyer und Torsten Thomas. als Trainer/innen tätig. - Letzterer war schließlich auch die treibende Kraft dafür, dass vier als TG-Übungsleiter fungierende Braungurtträger Mitte letzten Jahres auf Dan-Kurs einschwenkten.

Die Prüfungsanwärter‚ Dienstältester’ dieses Quartetts ist Andreas Stickel (36, Metzger), der 1977 als 11-Jähriger mit dem Judosport begann. Mitte der achtziger Jahre wurde er schon als Trainer verpflichtet und verhalf seitdem vielen Judokas über die Hürden ihrer Gürtelprüfungen. Als jüngster Aspiranten gingen Lutz Quadflieg (18, Gymnasiast) und Andreas Hilke (19, Gymnasiast) ins Rennen, die bereits im zarten Alter von 4 (!) Jahren mit Judo begannen und ebenfalls als TG-Übungsleiter fungieren. Dass Judo keine reine Männerdomäne ist, stellte Stephanie Dolinsky (19, Gymnasiastin) unter Beweis, die vor anderthalb Jahren als Trainerin von Kaarst zur Neusser Turngemeinde wechselte und ihren Faible für Judo auch schon im Kindesalter entdeckte.

Übrigens: alle Aspiranten sind ausgebildete Fahrten- und Jugendgruppenleiter der Turngemeinde. Ehrgeiz und Durchhaltewille Einmal in das Versprechen, auch wirklich durchzuhalten, eingewilligt, besuchten die Vier zunächst Woche für Woche Dan-Lehrgänge in Krefeld und Düsseldorf. Aufgeben stand jedenfalls nicht auf der Tagesordnung. Schließlich brauchte man sich gegenseitig als Fallpartner, insbesondere für das Prüfungshauptfach: die Kata. Dabei handelt es sich um die dynamische Vorführung aller wichtigen Judowürfe in „ästhetischster und vollendetster Form“. Wer hier einen Fehler macht, ist raus! Deswegen spornten sich unsere hoffnungsvollen Aspiranten gegenseitig immer wieder an, diese schwierigen Judotechniken zu vervollkommnen. - Während sich andere bei der gegenwärtigen hochsommerlichen Witterung genüsslich am Baggerloch aalten, quälten sich unsere Dan-Anwärter in stickiger Turnhallenluft in zig Sonderschichten ab und stellten sich an diversen Wochenenden ersten Vorprüfungen bei ihrem ebenso ehrgeizigen Mentor Tosten Thomas.

Die Prüfung Am Wochenende war es dann soweit. Aus ganz Nordrhein-Westfalen hatten sich im Grevenbroicher Berufsbildungszentrum knapp 40 hoffnungsvolle Judokas eingefunden, um ihren ersten Dan „zu machen“. Bei brütender Hitze und bei einer Gesamtexamenszeit von mehr als 6 Stunden mussten die Prüflinge dann höchste Konzentration bewahren und ihr Können zeigen. Im Grunde eine Zumutung für die Aspiranten wie auch die Prüfungskommissionen. Dass unter diesen Umständen die Nerven teilweise blank lagen und sich der eine oder andere Schnitzer einschlich, mussten letztlich sieben Sportskameraden, die es nicht geschafft hatten, leidvoll erfahren. Umso größer war dann aber die Freude für die vier Neusser, als als ihr Name als neuer Dan-Träger aufgerufen wurde. Dass es für die ca. 30 TG-Schlachtenbummler anschließend eine zünftige Dan-Feier gab, versteht sich von selbst.…

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